Alper Canigüz: Secret Agency

CanigüzIrgendwann im Teenageralter begann ich sehr zum Leidwesen meiner Eltern Comichefte statt Büchern zu verschlingen. Um ganz genau zu sein, waren es eigentlich nur die Donald Duck Hefte. Dass ich nach einigen Jahren doch noch auf den rechten Pfad zurückfand, ist Douglas Adams zu verdanken. Per Anhalter durch die Galaxis entsprach damals meinen Erwartungen an ein gutes Buch: Gute Story, skurriler Inhalt und garantiert keine komplizierten Sätze, die man zweimal lesen müsste, bevor der Groschen fällt.

Bei den derzeit steigenden Temperaturen ist mir nicht nur nahrungstechnisch nach leichterer Kost. Auch der Lesestoff darf zur Zeit etwas weniger gewichtig sein – bei gleichbleibender Qualität. Mit Douglas Adams bin ich allerdings durch, mit Jasper Fforde ebenso. Nun fiel mir der Roman Secret Agency vom kleinen, aber feinen Binooki Verlag wieder ein. Die Leseprobe hatte sich ja schon vielversprechend angehört.

Der Roman hielt für mich, was die Leseprobe versprach. Eine herrlich absurde Geschichte von dem meist raki-dunst-umhüllten Werbetexter Musa, der in seiner neuen Agentur in eine temporeiche Mordgeschichte verwickelt wird. Einziger Kunde der Agentur ist eine esoterische Lebensberatung, die zufällig im gleichen Haus wie Musas Privatleben angesiedelt ist. Sein Werbetexter-Vorgänger ist übrigens spurlos verschwunden, zurück ließ er nur eine merkwürdige Broschüre über die Lebensberatung. Und auch ein Mieter aus dem Haus ist bereits verstorben…

Secret Agency gehört zu den Büchern, bei denen man an mancher Stelle ein lautes Lachen nicht unterdrücken kann. „Das ist jetzt nicht sein Ernst“ – auch dieser Gedanke ging mir öfters durch den Kopf, so absurde Wendungen nimmt die Geschichte. Aber Ernst kann gerne bis zum Herbst warten. Selten fühlte ich mich so großartig unterhalten.

Alper Canigüz: Secret Agency. binooki OHG, Berlin 2013
ISBN: 978-3-943562-08-8

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6 Antworten zu Alper Canigüz: Secret Agency

  1. Ménard schreibt:

    Frisch gekauft am Wannsee, was?

  2. buzzaldrinsblog schreibt:

    Oh, der binooki Verlag begeistert mich schon länger – werde das Buch mal auf meine Wunschliste setzen und bin gespannt! 🙂

    • brunnenwaechterin schreibt:

      Mir gefällt der Verlag auch sehr. Letzte Woche konnte ich den beiden Verlegerinnen wieder auf einer Lesung lauschen. Sie lasen aus einem anderen Buch von Canigüz: Söhne und siechende Seelen. Ähnlich skurril und auch sehr vielversprechend. Viel Spaß jedenfalls mit Secret Agency, wenn es dann auf deiner Wunschliste an der Reihe ist;-)

  3. binooki (@binooki) schreibt:

    “Das ist jetzt nicht sein Ernst” – Ungefähr ging es uns auch beim ersten Lesen dieses großartigen Romans. Um so mehr freut es uns, wenn es ebenso gut gefallen hat. Das nächste Buch als Nachfolger zu «Söhne und siechende Seelen» ist bereits in Planung, soviel können wir schon mal verraten. 🙂

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